Die ganz normale Wohnung!

Beginnen möchte ich meine Beispielsammlung mit einer 'ganz normalen Wohnung'. Tatsächlich entspricht diese hier dem gefühlten Durchschnitt in vielerlei Hinsicht.

Zunächst einmal kein unsympathischer Gesamteindruck. Die Räume sind recht hell, ein pflegeleichter Bodenbelag und sogar ein Balkon ist vorhanden. Im Dachgeschoss der kleinen Maisonette-Wohnung befinden sich ein Arbeits- und Schlafzimmer, sowie das Tageslichtbad. Allerdings - und hier sind wir beim 'Normalfall' - ist die Wohnung fotografisch eine Herausforderung. Es wurde nur ganz oberflächlich aufgeräumt und überall sind sehr persönliche Gegenstände erkennbar. Natürlich soll eine zu vermietende Wohnung keine Museumsatmosphäre vermitteln - aber die Aufnahmen wirken alle irgendwie unruhig und von den räumlichen Gegebenheiten ablenkend. Beim nächsten Beispiel sehen wir, dass es auch anders geht.


Meine Alte Wohnung!

Zu dieser Wohnung in Egelsbach habe ich einen besonderen Bezug! Ich habe hier 12 Jahre gewohnt - allerdings noch vor der Sanierung. Die Raumaufteilung hat sich dahingehend geändert, dass aus der großen Terrasse das geräumige Wohnzimmer geworden ist.
Im Zuge des damaligen Umbaus war allerdings noch kein Balkon geplant und so kam die Wohnung für mich nicht mehr in Frage.
Wie auf den Fotos zu sehen, wurde dann - einige Jahre später - doch noch ein Balkon angebracht und nun ist daraus ein echtes Schmuckstück geworden. Schön bei dieser Wohnung ist die Helligkeit der Räume (durch die vielen Fenster) und die gemütlichen Dachschrägen. Das minimiert zwar die Stellfläche, schafft aber ein 'heimeliges' Wohnambiente. Dazu das nagelneu Bad - ein wirklich ansprechendes Wohnkonzept.

Gerade deshalb habe ich versucht, das schöne Licht- und Raumgefühl fotografisch festzuhalten. Ich hoffe, dass ist mir gelungen!

Für die FotoProfis!

Liebe Kollegen! Natürlich habe ich schon von 'Flambient Technik' und manueller Photomerge gehört. Und selbstverständlich beherrsche ich diese auch. Aber in der Praxis haben diese Optimierungsvarianten drei entscheidende Nachteile. 1. Sie verlangsamen den Workflow 2. Sie verbessern das Bild (z.B. beim Blick durchs Fenster auf die Nachbarhauswand) nicht unbedingt 3. Sie verlangen einen Mehraufwand am Set. Bei aller fotografischen Detailverliebtheit halte ich es mit dem Pareto-Prinzip. Und das reicht meinen Kunden und Wohnungsinteressenten in der Regel aus. Auch die stürzenden Linien durch das Weitwinkel Objektiv sind fotografisch ein Fauxpas. Aber die Wahrnehmung eines Nicht-Fotografen kompensiert das unterbewusst. Ach ja, alle meine Immobilienfotos haben übrigens eine Gemeinsamkeit. Wem sie auffällt, bitte melden - danke!

Ein großer Raum!

Ein großer Raum (wie bei dieser Gewerbefläche im I. OG einer alten Hofreite) - ist wie eine kleine 1-Zimmer Wohnung zu fotografieren - schwierig!
Warum? Nun, tatsächlich gibt es eigentlich nur ein einziges Motiv und dieses gilt es mehrfach abzulichten, ohne die Bilder allzu ähnlich wirken zu lassen.
Also aus jeder Ecke, dann einmal einen Bildausschnitt oder ein unwichtiges Detail (in diesem Fall die Toiletten).
Trotzdem wird auch hier ein ansprechendes Raumgefühl vermittelt - und darum geht es in letzter Konsequenz.
Heute würde ich noch eine 360° Kugelpanorama-Ansicht erstellen, welche die Weitläufigkeit des Raumes noch besser darstellen könnte.

Fremde Fotos!

Der Albtraum jedes Immobilienfotografen - fremde Fotos! Aus den unterschiedlichsten Gründen kommt es manchmal vor, dass die Wohnung nicht fotografiert werden kann.
Entweder sie ist total zugemüllt, die ausziehenden Mieter haben keine Zeit oder keine Lust die Anschlussvermietung zu unterstützen oder eine Kombination aus allen widrigen Umständen.
Zum Glück gab es hier noch einige Fotos des Vormieters, die gar nicht einmal so schlecht waren. Ich habe dann noch einige 3D-Grundrisse anhand eines schlechten s/w Grundrisses erstellt, ohne die Wohnung zuvor gesehen zu haben.
Wichtig war es mir trotzdem, die Räumlichkeiten best möglich zu präsentieren - in diesem Fall eben mit den vorhandenen Fotos, einigen Außenaufnahmen, etwas Phantasie und Softwarearbeit.
Grundsätzlich sind Amateurfotos aber für die Präsentation von Wohnungen eher ungeeignet. Das fängt beim Bildausschnitt an und hört bei der Fotoqualität auf.
Leider präsentieren auch manche Maklerkollegen wirklich unterirdische Fotos ihrer Objekte im Internet und da sind die Amateurfotos von dieser Wohnung geradezu hervorragend!
Also dankeschön an dieser Stelle an den unbekannten Fotografen!

Klein aber fein!

Hier eine 1-Zimmer Wohnung, ebenfalls komplett möbliert.
Hier kommt es besonders darauf an, tatsächlich keinen Zentimeter Wohn- bzw. Bodenfläche in den Ansichten zu verschenken.
Die ca. 40qm Wohnfläche müssen - trotz aller Platzbeschränkungen - ein Gefühl von Raum und Großzügigkeit ausstrahlen.
Die passende Tageszeit gewählt (Sonnenlicht), die Fotos ganz leicht überbelichtet und die Sichtachsen sorgfältig ausgesucht - dann wird durch diese Aufnahmen ein modernes und freundliches Wohnambiente vermittelt.

Alte Häuser!

Auch wenn man es nicht glauben mag - mit diesen Fotos habe ich mir keinen Gefallen getan!
Die bestenfalls als durchschnittlich zu bewertenden Aufnahmen haben die Realität leider immer noch geschönt.
Beim Betrachten denkt man, na ja - halt ein altes Haus. Tatsächlich war der Erhaltungszustand schon eher an der Grenze zum Abriss.
Die Interessenten kamen - Aufgrund der Fotos - also mit der Gewissheit, mit ein paar Eimern Farbe und etwas Handwerksleistung ließe sich das Häuschen schon wieder richten.
Dass ich mit meinen Fotos den tatsächlichen Zustand so geschickt optimiert habe dass dieser Eindruck entstand, ist wahrlich keine Heldentat.
Nach 60(!!) Besichtigungsterminen hat sich dann doch noch ein Käufer gefunden - natürlich ein Handwerker.
In zukünftigen Fällen diesen Kalibers werde ich meine Fotoqualität (schweren Herzens) bewusst verschlechtern, um die Erwartungen gleich von Anfang an zu dämpfen.

Leider langweilig!

Gewerbeimmobilien sind - meiner Meinung nach - eine besondere Herausforderung. In der Regel fehlen hier die emotionalen Ankerpunkte und die Addition von mehreren Büroräumen im Album, macht die Sache auch nicht interessanter.
Also bleibt nur, ein möglichst angenehmes und großzügiges Raumgefühl zu transportieren.
Unternehmer und Mitarbeiter sollen sich anhand der Fotos gut vorstellen können, hier den ganzen Tag verbringen zu können.
Trotzdem sind Gewerbeimmobilien nicht mein bevorzugtes fotografisches Sujet.

Modernes Wohngefühl!

Wie bei diesem Beispiel sehr schön zu sehen, ist eine moderne Wohnungsarchitektur guten Immobilienfotos ausgesprochen zuträglich.
Leider hat in diesem Fall das Wetter nicht so mitgespielt. Sieht man die gleichen Räume bei Sonnenschein, wirkt die lichtdurchflutete Wohnung noch heller. Allerdings wirken so große und leer stehende Flächen streckenweise etwas kalt und ungemütlich.
Mit dem entsprechenden Budget für Homestaging (also einer temporäre Möblierung und Dekodierung der Wohnung), wird das zukünftige Wohngefühl fast greifbar.

Gemütliches Zuhause von Freunden!

Bei diesem Fotoprojekt 2016 baten mich Freunde einige Fotos ihres Reihenhauses zu machen.

 

Eine schöne Aufgabe, die ich - im Zuge einer temporären Vermietung - gerne übernommen habe. Die genaue Haus- und Raumstruktur bleibt bei dieser Ansammlung von Ansichten zwangsläufig auf der Strecke. Hier hilft nur ein detailierter Grundriss zur Orientierung. Ich werde von Interessenten auch immer wieder danach gefragt und ärgere mich, wenn ich diesen vergessen habe im Exposé mit einzustellen. Übrigens: An dieser Stelle viele Grüße an B. und M. - die nette Besitzer des Hauses.

Leere Räume!

Bei diesen Fotos handelt es sich um eine komplett renovierte Wohnung in Langen. Die zentral gelegene DG-Wohnung war in einem ausgesprochen abgewohnten Zustand und wurde - dank guter Handwerker - wieder schön hergerichtet.
Im innenliegenden Bad wird noch eine Duschkabine installiert und eine Grundreinigung vorgenommen. Bei der Auswahl des modernen Vinylbodens in Holzoptik, wurden leider die vorhandenen Türen farblich nicht berücksichtigt. Das 'beißt' sich farblich etwas.
Um den Charme der Dachloggia noch etwas zu betonen, habe ich eine kleine Fotomontage vorgenommen. Das Ergebnis ist als Titelbild und Hingucker gedacht und soll die Möglichkeiten dieses schönen Dachbalkons verdeutlichen.
Bei allen Fotos habe ich versucht, das helle und freundliche Wohngefühl fotografisch auszudrücken.
Wie gut man auch mit einer kleinen Digitalkamera diese Aufgabe lösen kann, habe ich in meinem Foto-Tutorial 'Die 5 goldenen Regeln der Wohnungsfotografie' erklärt.

Villa zu verkaufen!

Ja, manchmal erliegt man der Versuchung die Optimierungsschraube zu überdrehen.
Im Zuge der Bildbearbeitung steigert man sich manchmal in einen regelrechten Optimierungsrausch hinein. Da wird geschärft und der Dynamikumfang erhöht, Farben raus- oder rein gezaubert und der Himmel noch einen Tick blauer gemacht.
Dass das dann nicht mehr viel mit der Realität zu tun hat, wird einem dann irgendwann auch klar.
Schlechte, unscharfe und unterbelichtete Fotos sind der Vermarktung einer Immobilie definitiv abträglich - aber aus jedem Bild ein farbenfrohes Gemälde zu machen, irgendwie auch.
Natürlich scheiden sich auch hier die Geister. Manche finden bunt ganz toll - aber fotografisch ist das schon sehr grenzwertig.

Gemütliche Dachschrägen!

Also mal ganz ehrlich - das ist schon sehr grenzwertig! Die Wohnung (auch die Lage) ist wirklich schön. Ein ruhiges Wohngebiet, nette Nachbarn, ein großer Sonnenbalkon mit Blick ins Grüne.
Weiterhin tolle Bäder, eine moderne Küche und alles sehr gediegen. Aber die Dachschrägen sind bei dieser Wohnung schon extrem ausgeprägt.

Trotzdem gilt es auch hier die besten Perspektiven zu finden und den Charakter der Wohnung optimal heraus zu arbeiten. Nur gut, dass es Weitwinkelobjektive gibt!

Es ist in diesem Zusammenhang übrigens sehr interessant bei den Besichtigungen zu hören, dass die Wohnung (tatsächlich in 90% der Fälle) genau den Fotos entspricht. Manche sind positiv überrascht dass einige Räume noch größer sind als auf den Fotos - einige empfinden das eher umgekehrt. Im Fazit sehe ich meine Aufnahmetechnik (in Bezug auf das Raumgefühl) aber als bestätigt authentisch an.

Lage, Lage, Lage!

Auch bei diesem 80er Jahre 'Schmuckstück' wäre es besser gewesen die Entrümpelung abzuwarten, trotz absoluter Premium-Villen-Lage! Die angestaubte Inneneinrichtung aus einem Mix aus Kitsch und Kunst, konnten auch das Weitwinkelobjektiv und die farbenfrohe Bildbearbeitung nicht attraktiver machen. Entsprechend zäh und mühsam war die Vermittlung des Objekts. Das was wir hier sehen, sind ja nur die vorzeigbaren Ansichten des Hauses. Die weniger attraktiven Räume geben aber oftmals den Ausschlag, vom Kauf abzusehen. Ein anschauliches Beispiel das "..Lage, Lage, Lage!" doch nicht alles ist.

Wohntraum im Westend!

Wunderbar, was mit Geld und gutem Geschmack möglich ist! Bei dieser herrlichen Altbauwohnung im Westend von Frankfurt hat der Eigentümer wirklich an nichts gespart. Allein die Glastüren zwischen den Zimmern sind schon ein Hingucker und haben eine spannende Geschichte dazu. Die Gratwanderung zwischen individueller Geschmackssicherheit und 'Zuviel des Guten' ist hier hervorragend gelungen, wie ich finde! Möglich, dass mit etwas raffinierterer Foto- und Beleuchtungstechnik mehr aus den Aufnahmen zu holen gewesen wäre - aber eine Altbauwohnung im Frankfurter Westend hat auch mit diesen Fotos viele Interessenten begeistert!

Wie aus dem Tutorial!

In meinem Tuturial 'Die 5 goldenen Regeln der Wohnungsfotografie' beschäftigt sich ein Abschnitt mit der richtigen Tageszeit für die Wohnungsaufnahmen. Hier hat die Tageszeit gestimmt, denn die Sonne scheint prächtig durch die Fenster. Ob geputzt oder nicht - das wirkt einfach viel einladender - als ohne diesen gigantischen Aufheller. Möchte man hier nicht gleich einziehen? Selbst der bodenbelagslose Kellerraum (das letzte Bild) wirkt durch die Sonne hell und freundlich.

Schöner Wohnen!

Neben einem gefälligen Grundriss und einer guten Lage, zählt der Erhaltungszustand einer Wohnung zu den Entscheidungskritierien für die Anmietung einer Wohnung. Diese nicht ganz neue Wohnung in Dreieich hatte das Glück, von einer geschmackssicheren Frauenhand gepflegt zu werden. Für den Wohnungsfotografen ein echter Glücksfall! Alles scheint an seinem Platz und selbst die Kleinigkeiten fotowirksam platziert zu sein - einfach wunderbar! Selbst das Wetter hat mitgespielt und hier zu fotografieren, war ein Genuss! Danke an dieser Stelle an die zudem noch sehr sympathische Mieterin!

360° Mini-tour

Oftmals genügt schon ein einziges 360° Panorama um eine Wohnung umfassend darzustellen. Die Wohnungsfotos werden mit den jeweiligen Räumen verknüpft und fertig ist die perfekte Ansicht einer Immobilie. Schönes Gimmick sind das Kaminfeuer Video im Brennholz-Stapel und die entspannende Hintergrundmusik. Einfach auf das Foto klicken!